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E-Rechnung · Formate

Das richtige E-Rechnungs-Format für Ihr Unternehmen. 

Drei Formate erfüllen die EU-Norm EN 16931 – die Wahl hängt nur an Ihren Empfängern. Behörden verlangen XRechnung, der B2B-Mittelstand bevorzugt ZUGFeRD, international läuft Peppol. Wir entscheiden pragmatisch mit.

Inhalt

Aktualisiert Juni 2026 · ca. 9 Min. Lesezeit · von Martin Hofmann, Geschäftsführer z1Digital

Kurz & direkt

In Deutschland erfüllen drei Formate die EU-Norm EN 16931: XRechnung (reines XML, Bundesbehörden-Standard), ZUGFeRD ab 2.0.1 (Hybrid aus PDF + eingebettetem XML, B2B-Standard) und Peppol BIS (EU-weiter Austausch-Standard für den internationalen Verkehr). Welches Format Sie nutzen, hängt von Ihren Empfängern ab: Behörden verlangen XRechnung, mittelständische B2B-Kunden bevorzugen meist ZUGFeRD, internationale Partner nutzen Peppol. Alle drei sind gesetzlich konform – die Wahl ist eine pragmatische Entscheidung über die Empfänger-Struktur.

Sie möchten sich zunächst nur informieren? Der Ratgeber XRechnung, ZUGFeRD und Peppol im Format-Vergleich erklärt die Grundlagen neutral. Diese Seite zeigt, wie wir die Format-Entscheidung mit Ihnen umsetzen.

Die drei Formate im direkten Vergleich

EigenschaftXRechnungZUGFeRD (ab 2.0.1)Peppol BIS
Formatreines XMLHybrid: PDF + eingebettetes XMLreines XML
Menschliche Lesbarkeitnicht direkt (XML-Viewer nötig)ja (PDF-Anteil)nicht direkt
Maschinelle Verarbeitungvollständigvollständigvollständig
Bundesbehörden-Pflichtja (verpflichtend)neinnein
B2B-Akzeptanz Deutschlandgering bis mittelsehr hochmittel
Internationale NutzungneinbegrenztEU-weit Standard
EN-16931-Konformitätjaja (ab 2.0.1)ja
Übertragungs-WegE-Mail-Anhang, PeppolE-Mail-AnhangPeppol-Netzwerk
Datei-Erweiterung.xml.pdf (mit XML eingebettet).xml
GoBD-konform archivierbarjajaja

Definition

EN 16931

Die europäische Norm für die semantische Struktur elektronischer Rechnungen. Sie definiert, welche Datenfelder eine E-Rechnung enthalten muss. Alle drei Formate – XRechnung, ZUGFeRD ab 2.0.1 und Peppol BIS – setzen diese Norm um und sind damit für die deutsche E-Rechnungs-Pflicht gesetzlich konform.

XRechnung – der Bundesbehörden-Standard

Was es ist: Eine reine XML-Datei nach dem Standard XRechnung (entwickelt durch die Koordinierungsstelle für IT-Standards KoSIT, aktuelle Version 3.0.2).

Wer es vorschreibt: Seit November 2020 verpflichtend für Rechnungen an Bundesbehörden. Viele Landesbehörden und Kommunen folgen. Wer als Mittelständler Behörden-Aufträge hat, kommt um XRechnung nicht herum.

  • Eindeutig standardisiert, behörden-konform
  • Vollständig maschinen-verarbeitbar
  • Nicht menschlich lesbar ohne Viewer
  • Im B2B-Verkehr außerhalb des Behörden-Kontexts seltener gewünscht

z1-Empfehlung: XRechnung als Standard, wenn Behörden-Kunden im Portfolio sind. Sonst eher ZUGFeRD.

ZUGFeRD – der B2B-Standard

Was es ist: Ein Hybrid-Format. Eine PDF-Datei enthält im Anhang ein eingebettetes strukturiertes XML. Empfänger lesen das PDF wie eine normale Rechnung – die Buchhaltungs-Software extrahiert die strukturierten Daten aus dem eingebetteten XML.

Wer es nutzt: Praktisch alle deutschen B2B-Akteure, die mit anderen Mittelständlern handeln. Steuerberater bevorzugen ZUGFeRD wegen der Doppel-Funktion (lesbar + verarbeitbar).

Versionen: ZUGFeRD 2.3.3 ist der aktuell stabile Standard (Mai 2026). Versionen vor 2.0.1 sind nicht EN-16931-konform und damit seit 2025 nicht mehr als E-Rechnung anerkannt.

  • Menschlich lesbar (PDF-Anteil)
  • Maschinell verarbeitbar (XML-Anteil)
  • B2B-Standard in Deutschland
  • Wird von Bundesbehörden nicht akzeptiert (nur XRechnung)
  • Versions-Vielfalt – vor 2.0.1 nicht konform

z1-Empfehlung: ZUGFeRD 2.3.3 als Standard für die meisten Mittelständler. Ideal bei gemischten Empfänger-Kreisen mit Bedarf an menschlicher Lesbarkeit.

Peppol BIS – der EU-weite Austausch-Standard

Was es ist: Ein UN/CEFACT-XML-Standard, ausgetauscht über das Peppol-Netzwerk (Pan-European Public Procurement OnLine). Sender und Empfänger registrieren sich bei einem Peppol-Access-Point – die Übertragung läuft direkt zwischen den Access Points, nicht per E-Mail.

Wer es nutzt: Internationale Geschäftspartner, EU-Behörden und große Konzerne mit europäischer Lieferanten-Struktur. In Deutschland zunehmend bei Großkunden mit zentralem Beschaffungs-System.

  • EU-weit einheitlich
  • Direkte Punkt-zu-Punkt-Übertragung
  • Hohe Sicherheit + Audit-Trail
  • Setup-Aufwand höher (Peppol-Access-Point nötig)
  • Im inländischen B2B-Mittelstand selten gewünscht

z1-Empfehlung: Peppol bei internationalen B2B-Geschäftsbeziehungen und bei Kunden mit zentralem Beschaffungs-System. Sonst eher ZUGFeRD.

Was alle drei Formate gemeinsam haben

Alle drei Formate erfüllen die EU-Norm EN 16931 – die rechtliche Anforderung an strukturierte elektronische Rechnungen in Deutschland. Damit sind alle drei gesetzlich konform für die E-Rechnungs-Pflicht. Die strukturierten Daten enthalten in allen drei Formaten:

  • Aussteller- und Empfänger-Stammdaten
  • Rechnungs-Nummer und Datum
  • Leistungs-Beschreibung mit Positionen
  • Entgelt, Steuersätze, Beträge
  • Bankverbindung und Zahlungsbedingungen

Die Unterschiede liegen in der technischen Verpackung – XML vs. PDF+XML vs. Peppol-XML – und im Übertragungs-Weg – E-Mail vs. Peppol-Netzwerk.

Entscheidungs-Matrix – welches Format für welchen Fall

Ihre Kunden-StrukturFormat-Empfehlung
Ausschließlich Bundes-, Landesbehörden, KommunenXRechnung
Mischung Behörden + B2B-MittelstandZUGFeRD als Default + XRechnung-Fallback
Reines B2B-Mittelstand-GeschäftZUGFeRD
Internationale EU-Kunden + GroßkonzernePeppol BIS
Mischung B2B + InternationalZUGFeRD + Peppol-Anschluss

In der Praxis empfehlen wir den meisten Mandanten: ZUGFeRD 2.3.3 als Default-Format für alle Versand-Rechnungen, den XRechnung-Modus in der Software aktiviert für Behörden-Empfänger und einen Peppol-Anschluss nur, wenn internationale B2B-Beziehungen das nötig machen. Eine moderne Buchhaltungs-Software (DATEV, sevdesk, Lexoffice) deckt alle drei Formate ab – die Wahl wird pro Empfänger getroffen, nicht pauschal.

Software-Support – welche Tools welche Formate beherrschen

SoftwareXRechnungZUGFeRDPeppol BIS
DATEV Auftragswesen nextjajaja (über DATEV E-Rechnungs-Postfach)
sevdeskjajateilweise
Lexofficejajateilweise
easybilljajanein
Billomatjajanein
SAPjajaja
Microsoft Dynamicsjajaja
humbeejajaüber Add-on

Stand Mai 2026. Bei Peppol prüft sich der Stand monatlich – viele Anbieter erweitern aktuell ihre Peppol-Anbindung. Mehr im E-Rechnung-Software-Vergleich.

Weiterführend

Kostenloses Tool

Drei Fragen genügen: Der E-Rechnung-Pflicht-Check zeigt sofort, welche Pflichten ab wann für Sie gelten – ohne Anmeldung.

Quellen

FAQ

E-Rechnungs-Formate: häufige Fragen

Kann ich einer Behörde ein ZUGFeRD schicken statt XRechnung?
Nein. Bundesbehörden akzeptieren ausschließlich XRechnung. ZUGFeRD wird zurückgewiesen.
Welche ZUGFeRD-Version ist aktuell?
ZUGFeRD 2.3.3 ist der aktuell stabile Stand (Mai 2026). Versionen unter 2.0.1 sind nicht mehr EN-16931-konform und damit kein Pflicht-Format.
Was ist Factur-X?
Factur-X ist die französische Variante von ZUGFeRD – technisch identisch und in beiden Ländern akzeptiert. Wer mit französischen Geschäftspartnern handelt, kann beide Begriffe synonym nutzen.
Brauche ich für Peppol einen Service-Provider?
Ja. Peppol erfordert einen registrierten Access-Point. Anbieter wie DATEV, Comarch, Basware oder Partner aus dem z1-Netzwerk bieten Peppol-Zugang an. Setup-Aufwand typisch 4–8 Wochen.
Welches Format ist GoBD-konform?
Alle drei. Die GoBD-Konformität liegt nicht am Format selbst, sondern an der Archivierung – 10 Jahre unveränderbar, mit Audit-Trail.
Kann ich mehrere Formate parallel versenden?
Ja. Pro Empfänger das passende Format wählen – moderne Software macht das automatisch auf Basis der hinterlegten Kunden-Präferenzen.
Wie validiere ich, ob mein Format korrekt ist?
Kostenfrei mit dem Quba-Viewer oder dem ELSTER-Portal. Beide prüfen XRechnung und ZUGFeRD gegen die Norm EN 16931.

Loslegen

Welches Format passt zu Ihrer Kunden-Struktur?

Im kostenlosen 30-Minuten-Erstgespräch schauen wir auf Ihre Empfänger – Behörden, B2B-Mittelstand, international – und legen Default-Format, Fallback und Peppol-Bedarf fest.

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