Beratung & Prozesse · Process Mining
Process Mining für den Mittelstand. Pragmatisch statt Enterprise-Lizenz.
Geschäftsprozesse datenbasiert sichtbar machen – ohne 6-stellige Celonis-Lizenz. Schlanke Tools, fokussiert auf konkrete Backoffice-Optimierung. Pilot ab 5.000 €, mit Förderung Eigenanteil ab 1.000 €.
Inhalt
Aktualisiert Mai 2026 · von Martin Hofmann, Geschäftsführer z1Digital
Kurz & direkt
Definition
Process Mining
Was Process Mining ist – die kurze Erklärung
Klassische Prozess-Analyse: ein Berater interviewt Mitarbeitende, zeichnet Prozesse mit Symbolen auf, dokumentiert die „Soll“-Workflows. Das Problem: die Realität sieht oft ganz anders aus als das Soll-Modell.
Process Mining macht es andersherum: Aus den echten Daten der IT-Systeme wird die tatsächliche Workflow-Realität rekonstruiert. Eine ausführliche Einordnung finden Sie im Ratgeber Process Mining erklärt.
Warum der Mittelstand bei Process Mining unterversorgt ist
Die etablierten Anbieter haben einen Konzern-Fokus:
- Celonis – Marktführer, Lizenz typisch 6–7-stellig pro Jahr, eher Großunternehmen
- IBM Process Mining – IBM-Ökosystem-Bezug, Enterprise-orientiert
- SAP Signavio – SAP-zentriert, primär für SAP-Großkunden
- UiPath Process Mining – RPA-Stack-Integration, kein Standalone für KMU
- Software AG ARIS – sehr breite ECM/BPM-Suite, für Konzerne
Für einen Thüringer Mittelständler mit 60 MA passt keiner dieser Anbieter wirtschaftlich – die Lizenz-Kosten allein übersteigen oft den möglichen Effizienz-Gewinn. z1Digital macht Process Mining anders: schlanke Tools statt Enterprise-Plattform, Pilot-Projekt-Ansatz statt Großvertrags-Logik, Fokus auf 1–3 konkrete Prozesse und mit Förderung kalkuliert.
Wann Process Mining Sinn macht
Process Mining passt, wenn:
- Sie 30–250 Mitarbeitende haben (kleiner = zu wenig Daten, größer = Enterprise-Lösung besser)
- Sie eine IT-Landschaft mit transaktionalen Daten haben (DATEV, CRM, ERP, DMS)
- Sie Optimierungs-Potenziale im Backoffice vermuten (Bearbeitungs-Zeiten, Doppel-Arbeit, Workflow-Varianten)
- Sie datenbasierte Argumente für Investitions-Entscheidungen wollen
- Sie ein DMS-, RPA- oder KI-Vorhaben planen und vorher den Soll-Zustand fundiert verstehen wollen
Process Mining passt NICHT, wenn:
- Sie unter 30 MA haben – die Daten sind zu dünn für aussagekräftige Analysen
- Sie keine transaktionalen IT-Systeme haben – keine Daten zum Mining
- Sie eine klassische Prozessberatung mit Interview-Methodik suchen (geht auch über die Prozessaufnahme, aber ohne Mining)
- Sie ein unternehmensweites Mining-Programm wollen – dafür sind Celonis und Konsorten die richtige Adresse
Was z1Digital konkret macht – der Process-Mining-Pilot
Fünf Phasen vom Kick-off bis zum finalen Bericht.
- 1 Phase 1 · 1 Tag
Pilot-Prozess-Auswahl
Wir wählen mit Ihnen 1–2 konkrete Backoffice-Prozesse aus – z.B. Eingangs-Rechnungs-Bearbeitung, Kunden-Auftrags-Abwicklung, HR-Onboarding oder Förder-Antrags-Bearbeitung.
- 2 Phase 2 · 1–2 Wochen
Daten-Extraktion
Wir extrahieren die nötigen Event-Daten aus Ihren Bestandssystemen: Zeitstempel pro Bearbeitungs-Schritt, Akteur pro Schritt, Status-Veränderungen – mit Anonymisierung sensibler Daten.
- 3 Phase 3 · 1–2 Wochen
Mining-Analyse
Tatsächliche Prozess-Varianten, Bearbeitungs-Zeiten pro Schritt, Engpässe und Wartezeiten, Compliance-Abweichungen und Workload-Verteilung zwischen Mitarbeitenden.
- 4 Phase 4 · 3–5 Tage
Empfehlungen
Schriftliches Ergebnis-Dokument mit visualisierten Prozess-Karten, 5–15 konkreten Optimierungs-Empfehlungen, Aufwand-Nutzen-Schätzung pro Empfehlung und Implementierungs-Roadmap.
- 5 Phase 5 · 1 Tag
Übergabe und Follow-up
Halbtages-Präsentation mit dem Führungskreis. Diskussion und Entscheidung über die Folge-Schritte.
Gesamt-Dauer: typisch 6–10 Wochen vom Kick-off bis zum finalen Bericht.
Tools, die z1Digital im Mittelstand-Process-Mining einsetzt
Statt Celonis nutzen wir schlankere Werkzeuge:
| Tool | Eignung | Kosten-Profil |
|---|---|---|
| UpDoc Pro / orgavision Mining-Modul | Mittelstand-Schwerpunkt | Lizenz ab 3.000 €/Jahr |
| ProDiscovery (Hochschul-Spin-off) | akademisch-pragmatisch | Lizenz ab 4.000 €/Jahr |
| PM4Py (Open-Source-Bibliothek) | custom-Lösungen mit Python | kostenfrei, Berater-Aufwand höher |
| Apromore | Open-Source mit Cloud-Variante | kostenfrei bzw. ab 200 €/Monat Cloud |
| bupaR (R-Package) | akademisch | kostenfrei |
Für die meisten KMU-Pilots reicht UpDoc Pro oder PM4Py mit individueller Analyse. Bei Bedarf einer Plattform-Implementation (mit Live-Monitoring statt Einmal-Analyse): Apromore oder kommerzielle Mittelstand-Mining-Plattformen.
Konkretes Pilot-Beispiel
Mandant: Mittelständischer Anlagenbauer in Thüringen, 85 MA.
Pilot-Prozess: Eingangs-Rechnungs-Bearbeitung – von Posteingang bis Buchung in DATEV.
Vor dem Mining lautete die Annahme: durchschnittliche Bearbeitungszeit 3 Werktage, 1 Bearbeitungs-Pfad (Posteingang → Sachbearbeiter → Freigabe → Buchung).
Mining-Ergebnis (nach 4 Wochen Datenanalyse):
- Tatsächliche Bearbeitungszeit: 7,2 Werktage im Schnitt
- 14 unterschiedliche Bearbeitungs-Pfade erkannt (Workarounds, Rückläufe, Sonderfälle)
- Engpass bei 1 von 5 Sachbearbeitern (3× Bearbeitungs-Last)
- 23 % der Rechnungen wurden 2× oder mehr „angefasst“ (Doppel-Arbeit)
- Skonto-Verluste durch verspätete Bearbeitung: 28.000 €/Jahr
Empfehlungen: Vorqualifikations-Workflow mit KI-Indexierung, Eskalations-Logik bei Rückläufen statt manueller Rück-Mails, Workload-Balancing zwischen Sachbearbeitern.
Geschätzter Effekt: 30 % Bearbeitungszeit-Reduktion + 80 % Skonto-Recovery = etwa 60.000 €/Jahr eingespart. Pilot-Kosten: 8.500 € netto, mit BAFA + Beratungsrichtlinie Eigenanteil 2.100 € – ROI in 5 Wochen.
Was ein Process-Mining-Pilot typisch kostet
| Pilot-Umfang | Beratungs-Tage | Bruttokosten | Mit Förderung Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Quick-Pilot (1 Prozess, 4 Wochen) | 5–7 Tage | 5.000–6.500 € | ab 1.000–1.500 € |
| Standard-Pilot (1–2 Prozesse, 6 Wochen) | 8–12 Tage | 8.500–12.000 € | ab 2.100–3.000 € |
| Tiefen-Pilot (3+ Prozesse, 10 Wochen) | 14–18 Tage | 14.000–18.500 € | ab 3.500–4.700 € |
| Plattform-Implementation (Mining-Tool dauerhaft im Einsatz) | individuell | 25.000+ € | individuell |
- 15–30 %
- Optimierungs-Potenzial im untersuchten Prozess (typisch)
- ab 5.000 €
- Quick-Pilot netto, 1 Prozess
- ab 1.000 €
- Eigenanteil mit BAFA-Förderung in Thüringen
- 5–15×
- typischer ROI bei guter Pilot-Auswahl
Quelle: z1Digital, Stand 2026
Weiterführend
- Grundlagen-Artikel: Process Mining erklärt
- Der nächste Schritt nach dem Pilot: Prozessautomatisierung
- Klassische Aufnahme ohne Mining: Prozessaufnahme und Prozessoptimierung
- Strategischer Kontext: Digitalstrategie und der Beratungs-Pillar
- KI im Büroalltag: KI-Use-Cases
- Förderung des Pilots: BAFA-Förderung
FAQ
Process Mining: häufige Fragen
Brauchen wir spezielle IT-Voraussetzungen für Process Mining?
Wie sieht die Datenschutz-Lage aus?
Was unterscheidet z1-Process-Mining von Celonis?
Können wir Process Mining intern selbst machen?
Wie hoch ist der typische ROI eines Pilots?
Was passiert nach dem Pilot?
Wer ist mein Ansprechpartner?
Kann Process Mining auch für Kommunen oder Verbände relevant sein?
Welche Ergebnisse sind realistisch – versprechen Sie nicht zu viel?
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